Viele Vaper erleben nach dem Vaping plötzlich ein schnelleres Herzklopfen oder unangenehmes Herzrasen – und fragen sich, ob ihre E-Zigarette der Auslöser sein könnte. In diesem Beitrag schauen wir uns an, warum Vaping in manchen Fällen Herzrhythmusveränderungen begünstigt, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie du Warnsignale besser einordnen kannst. Ziel ist es, mehr Klarheit darüber zu schaffen, wie E-Zigaretten den Körper beeinflussen können, damit du dein Vaping bewusster einschätzen kannst.
⚠️ Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose.
Alle Inhalte basieren auf öffentlich verfügbaren Studien, medizinischen Fachquellen und offiziellen Gesundheitsbehörden (Stand: 2025).
Bei anhaltenden Beschwerden, Brustschmerzen oder Unsicherheit solltest du immer ärztlichen Rat einholen.
Einführung – Warum viele Vaper Herzrasen oder Herzstolpern bemerken
Immer mehr Dampfer berichten von:
- Herzklopfen
- Herzrasen
- einzelnen „Aussetzern“ oder Stolpern
- schnelleren Puls nach dem Dampfen
Die Mehrheit dieser Symptome ist harmlos, aber sie fühlen sich oft beunruhigend an.
Wichtig ist: Vaping kann kurzfristig den Puls erhöhen, vor allem durch Nikotin – aber es gibt große Unterschiede zwischen harmlosen Reaktionen und echten Herzproblemen.
Dieser Guide zeigt die echten Ursachen, die Studienlage, Warnzeichen und Sofortmaßnahmen.
Was bedeuten Herzrasen & Herzstolpern überhaupt?
Herzrasen (Tachykardie)
Tachykardie bedeutet:
- Puls über 100
- schnelle Herzschläge
- oft begleitet von Unruhe oder Wärmegefühl
Beim Vaping wird Herzrasen meist durch Nikotin oder Dehydration ausgelöst.
Herzstolpern (Extrasystolen)
Extrasystolen sind:
- zusätzliche Herzschläge
- kleine „Aussetzer“ oder „Plopp-Gefühl“ im Brustkorb
- meist harmlos
- oft ausgelöst durch Stress, Koffein, Nikotin oder Flüssigkeitsmangel
Wann sind diese Symptome gefährlich?
Gefährlich sind Herzsymptome, wenn sie:
- länger als 30–60 Minuten anhalten
- mit starken Schmerzen einhergehen
- Atemnot auslösen
- Bewusstseinsprobleme verursachen
- immer häufiger auftreten, unabhängig vom Dampfen
In diesen Fällen → sofort medizinische Abklärung.
Warum Vaping Herzrasen auslösen kann – die 6 häufigsten Ursachen
1. Nikotin – der stärkste Einflussfaktor
Nikotin:
- steigert Adrenalin
- erhöht Puls
- erhöht Blutdruck
- macht das Herz empfindlicher für Extrasystolen
Nikotinsalz-Liquids (20 mg) wirken schneller und stärker als Freebase.
Einweg-Vapes verstärken diesen Effekt, weil sie extrem effizient sind.
2. Zu hohe Nikotinstärke / zu schnelle Konsummenge
Typischer Fall:
- Nutzer zieht alle paar Sekunden, weil die Einweg-Vape gut schmeckt
- Liquid enthält 20 mg Nikotin
- innerhalb weniger Minuten → hoher Nikotinpeak → Herzrasen
Das ist nicht gefährlich, aber unangenehm.
Lösung:
- Nikotin reduzieren
- Pausen einbauen
- nicht „dauerziehen“
3. Dehydration durch Propylenglykol (PG)
PG entzieht dem Körper Feuchtigkeit.
Flüssigkeitsmangel = das Blut wird „dicker“, der Puls steigt schneller.
Das führt zu:
- Herzklopfen
- leichtem Zittern
- Kopfschmerzen
- schnellerem Puls
Lösung: viel trinken + ggf. höheres VG-Liquid nutzen.
4. Koffein + Vaping verstärken sich gegenseitig
Kaffee, Energy Drinks oder Cola erhöhen:
- Puls
- Stresshormone
- die Wahrscheinlichkeit für Extrasystolen
Gepaart mit Nikotin verstärkt sich der Effekt massiv.
5. Stress, Angst & Erwartungshaltung
Viele Dampfer achten stärker auf ihr Herz, besonders:
- nach dem Umstieg
- beim Lesen über „Herzprobleme“
- bei Angstgefühlen
Stress + Vaping = Pulsanstieg
Das Herzrasen entsteht körperlich, fühlt sich aber „psychisch verstärkt“ an.
6. Flüssigkeitsmangel allgemein
Nicht nur PG – auch:
- zu wenig trinken
- Sport
- Hitze
- Schlafmangel
können Puls und Herzrhythmus beeinflussen, besonders nach Nikotinkonsum.
Kann Vaping echte Herzrhythmusstörungen verursachen? – die Studienlage
Was die Forschung zeigt (Stand 2025):
Gut belegt:
- Vaping erhöht kurzfristig den Puls
- Nikotin verursacht messbares Herzrasen
- Stressreaktionen sind möglich
Mäßig belegt:
- einzelne Extrasystolen treten häufiger bei Nikotinkonsum auf
- Einweg-Vapes erzeugen höhere Nikotinspitzen
Nicht belegt:
- dass Vaping dauerhaft Herzrhythmusstörungen verursacht
- dass PG/VG Herzschäden auslösen
- dass Dampfen das Herz „angreift“ wie Rauchen
Was ist im Vergleich zu Zigaretten?
👉 Rauchen ist 10–20× gefährlicher für das Herz-Kreislauf-System.
Vaping ist nicht harmlos, aber deutlich risikoärmer.
Spezialfall: Herzrasen durch Einweg-Vapes (Elfbar, Lost Mary, Crystal usw.)
Einweg-Vapes lösen Herzrasen besonders häufig aus, weil:
- sie fast immer Nikotinsalze verwenden
- Nikotin schneller ins Blut gelangt
- die Aromen Nutzer zu „Dauerzügen“ verleiten
- der Nikotinpeak höher ist
Das ist der typische Fall:
5–10 Züge in kurzer Zeit → Herzrasen → Unruhegefühl → Angst → Puls steigt weiter.
Lösung:
- Pausen
- Nikotin senken
- MTL-Gerät statt Einweg
- Wasser trinken
Wie lange dauert Herzrasen nach dem Dampfen?
Typischerweise:
- 5–20 Minuten
- manchmal bis 30 Minuten
Wird die Wahrnehmung durch Stress verstärkt, kann es subjektiv länger wirken.
Wenn Herzrasen nach einer Stunde nicht besser wird → ärztliche Abklärung.
Warnzeichen – wann du SOFORT zum Arzt musst
Bitte sofort medizinische Hilfe bei:
- starken Brustschmerzen
- Brennen, Drücken oder Ziehen im linken Arm
- Atemnot
- Ohnmacht oder extremer Schwindel
- Herzrasen, das länger als 30–60 Minuten anhält
- Herzstolpern unabhängig vom Dampfen
- Herzrasen nach sehr kleinen Nikotinmengen
Was du JETZT tun kannst – Sofortmaßnahmen
Nikotinstopp
Sofort aufhören zu dampfen → Puls geht nach wenigen Minuten runter.
Ruhig atmen
4–6 tiefe Atemzüge → beruhigen Herzfrequenz.
Wasser oder Elektrolyte
Flüssigkeit hilft dem Kreislauf, Nikotin abzubauen.
Koffein meiden
Kaffee, Cola, Energy Drinks → verstärken Herzrasen.
Hinsetzen oder hinlegen
Kreislauf entlasten, Körper beruhigen.
Nicht googeln (ernst gemeint!)
Angst steigert Puls → Symptome wirken schlimmer als sie sind.
Langfristige Lösungen – So bekommst du Herzsymptome durch Vaping in den Griff
Nikotin reduzieren
Die häufigste und effektivste Maßnahme.
Wechsel auf MTL statt DL
Weniger Dampf = weniger Nikotinaufnahme = geringere Pulsreaktion.
Einweg-Vapes meiden
Nikotinsalze + starke Aromen = hohe Peaks.
Pausen einbauen
Nicht alle paar Sekunden ziehen.
Mehr trinken
Vor allem bei PG-lastigen Liquids.
Koffein reduzieren
Vape + Energy Drink = Herzrasen-Garantie.
Ärztliche Abklärung möglich
24h-EKG (Holter) erkennt Rhythmusprobleme zuverlässig.
🔗 Popcorn Lunge Vape – Der große Faktencheck
Fazit – Herzrasen durch Vaping ist meist harmlos, aber nicht ignorieren
Kurzfassung:
- Herzrasen entsteht meist durch Nikotin, nicht durch den Dampf selbst
- PG-Dehydration verstärkt den Effekt
- Einweg-Vapes verursachen besonders hohe Peaks
- Stress und Panik erhöhen die Symptome zusätzlich
- In den meisten Fällen ist das Herzrasen kurzfristig und ungefährlich
- Dennoch: Bei Warnzeichen → Arzt!

