Liquid mischen – Anleitung für Anfänger

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Dieser Artikel erklärt sachlich und vollständig, wie das Mischen von E-Liquid funktioniert. Er richtet sich an Einsteiger im Vape- und Vaping-Bereich, die verstehen möchten, welche Bestandteile notwendig sind und wie sie korrekt zusammengeführt werden. Der Fokus liegt auf dem praktischen Ablauf und nachvollziehbaren Richtwerten. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.


Voraussetzungen & benötigte Bestandteile

Zum Liquid mischen werden nur wenige, klar definierte Komponenten benötigt. Optionales Zubehör ist entsprechend gekennzeichnet.

Zwingend erforderlich

  • Basisflüssigkeit (Base)
    Besteht aus PG (Propylenglykol), VG (pflanzliches Glycerin) oder einer Mischung daraus. Sie bildet den Hauptanteil des Liquids.
  • Aroma (für E-Zigaretten geeignet)
    Hochkonzentrierte Geschmacksstoffe, die der Base beigemischt werden. Sie sind nicht zum puren Dampfen gedacht.
  • Leere Mischflasche
    Sauber, dicht verschließbar, idealerweise mit Skala oder Platz für Beschriftung.

Optional (je nach Bedarf)

  • Nikotinshots
    Nikotinhaltige Base in kleinen Flaschen, um den gewünschten Nikotingehalt einzustellen.
  • Messhilfen
    Spritzen oder Pipetten für exakte Dosierung, besonders bei kleinen Mengen sinnvoll.
  • Handschuhe & Küchenpapier
    Für sauberes Arbeiten und zur Vermeidung von Hautkontakt mit Nikotin.

Ablauf / Funktionsweise (Schritt für Schritt)

1. Zielmenge festlegen

Zunächst wird bestimmt, wie viel Liquid insgesamt hergestellt werden soll (z. B. 50 ml oder 100 ml). Diese Menge ist die Basis für alle weiteren Berechnungen.

Warum relevant:
Alle Anteile (Base, Aroma, Nikotin) beziehen sich prozentual auf die Gesamtmenge.


2. Aromadosierung bestimmen

Jedes Aroma hat eine empfohlene Dosierung, meist zwischen 5 % und 15 %.

Beispiel:

  • 100 ml Gesamtmenge
  • 10 % Aroma
    → 10 ml Aroma

Warum relevant:
Zu wenig Aroma führt zu schwachem Geschmack, zu viel kann unangenehm oder reizend wirken.


3. Nikotinmenge berechnen (optional)

Nikotinshots enthalten üblicherweise 20 mg/ml Nikotin.

Beispiel:

  • Ziel: 3 mg/ml Nikotin
  • Gesamtmenge: 100 ml
    → 1,5 Nikotinshots à 10 ml

Warum relevant:
Eine falsche Berechnung verändert die Nikotinstärke deutlich und beeinflusst das Vaping-Erlebnis.


4. Komponenten mischen

Reihenfolge in der Praxis:

  1. Nikotinshot(s) in die Mischflasche geben
  2. Abgemessene Aromamenge hinzufügen
  3. Rest mit Base auffüllen

Warum relevant:
So lässt sich die Flasche leichter exakt auffüllen, ohne zu überdosieren.


5. Flasche verschließen und schütteln

Die Flasche wird fest verschlossen und 30–60 Sekunden kräftig geschüttelt.

Warum relevant:
Nur durch gründliches Mischen verteilt sich das Aroma gleichmäßig in der Base.


6. Reifezeit abwarten

Viele Liquids benötigen Zeit, um geschmacklich stabil zu werden.

  • Fruchtaromen: oft 1–3 Tage
  • Dessert- oder Tabakaromen: 1–3 Wochen

Warum relevant:
Direkt nach dem Mischen schmeckt ein Liquid häufig unausgewogen.


Wichtige Parameter & Richtwerte

PG/VG-Verhältnis

  • 50/50
    Ausgewogen, häufig bei Pod-Systemen und MTL-Vaping genutzt.
  • 70 VG / 30 PG
    Mehr Dampf, dickflüssiger, typisch für leistungsstärkere Geräte.

Eine detaillierte Erklärung der Eigenschaften findet sich im Vertiefungsartikel zum PG/VG Verhältnis:
https://wevape.online/pg-vg-verhaeltnis-erklaert/


Aromadosierung

  • Unterdosierung: flacher, kaum wahrnehmbarer Geschmack
  • Überdosierung: kratzig, künstlich, teilweise unangenehm

Herstellerangaben sind praxisnahe Richtwerte und sollten eingehalten werden.


Nikotinstärke (typische Bereiche)

  • 0–3 mg/ml: sehr niedrig, oft bei direktem Lungenzug
  • 6–12 mg/ml: moderat, häufig bei Umsteigern
  • 18 mg/ml: hoch, meist nur bei geringer Leistung

Typische Fehler & Missverständnisse

Aroma pur dampfen

Ursache: Missverständnis über die Funktion von Aromen
Auswirkung: Sehr intensiver, unangenehmer Geschmack
Erklärung: Aromen sind Konzentrate und nur zur Verdünnung gedacht.


Zu hohe Aromamenge

Ursache: Annahme „mehr Geschmack hilft mehr“
Auswirkung: Kratzen, Geschmacksverfälschung
Erklärung: Überdosierung kann das Gegenteil bewirken.


Ungeduld bei der Reifezeit

Ursache: Liquid wird sofort verwendet
Auswirkung: Unrunder oder schwacher Geschmack
Erklärung: Viele Aromen entfalten sich erst nach Tagen vollständig.


Falsches PG/VG-Verhältnis

Ursache: Verhältnis passt nicht zum Gerät
Auswirkung: Nachflussprobleme oder Dry Hits
Erklärung: Unterschiedliche Geräte benötigen unterschiedlich dickflüssiges Liquid.

Im Zusammenhang mit Nachflussproblemen kann auch ein verbrannter Geschmack auftreten. Eine sachliche Einordnung dazu bietet der Praxisartikel:
https://wevape.online/vape-schmeckt-verbrannt/


Zusammenfassung & Einordnung

Liquid mischen ist ein klar strukturierter Prozess mit wenigen, aber entscheidenden Variablen. Benötigt werden Base, Aroma, eine Mischflasche und optional Nikotinshots. Der Ablauf folgt festen Schritten: Menge festlegen, korrekt dosieren, mischen und reifen lassen. Fehler entstehen meist durch falsche Dosierung oder Ungeduld. Wer die genannten Richtwerte beachtet, kann den Vorgang in der Praxis nachvollziehen und sicher umsetzen, ohne zusätzliche Hilfsmittel oder Vorkenntnisse.llziehen und versteht, warum sich Geschmack und Dampfverhalten so verhalten, wie sie es tun.

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Miguel A.
Miguel A. ist Fachautor bei WeVape mit Schwerpunkt auf gesundheitlicher Einordnung, Nutzerpraxis und Harm-Reduction-Aspekten von E-Zigaretten im deutschen Kontext. Seine Beiträge basieren auf langjähriger Praxiserfahrung und der Einordnung offizieller Stellen.