Seit wann gibt es E-Zigaretten? Die ganze Geschichte der Vape-Revolution

Veröffentlicht am

Die Frage „Seit wann gibt es E-Zigaretten?“ taucht regelmäßig auf – sowohl bei Einsteigern als auch bei erfahrenen Vapern. Viele verbinden die Vape mit einem modernen Trend, dabei reicht die Geschichte der E-Zigarette deutlich weiter zurück. Dieser Artikel ordnet die Entwicklung von E-Zigaretten sachlich und chronologisch ein, erklärt technische und gesellschaftliche Meilensteine und zeigt, wie sich das Vaping bis heute entwickelt hat. Ziel ist eine fundierte, verständliche Einordnung ohne Bewertung oder Empfehlung.

Symbolbild zur Geschichte der E-Zigarette: moderne Vape vor technischer Patentskizze im Hintergrund.

Seit wann gibt es E-Zigaretten? – Eine erste zeitliche Einordnung

Kurz gefasst: Die moderne E-Zigarette, wie sie heute bekannt ist, existiert seit den frühen 2000er-Jahren. Die zugrunde liegende Idee, Nikotin ohne Verbrennung zu inhalieren, ist jedoch deutlich älter.

In der Praxis zeigt sich, dass viele Vaper überrascht sind, wie lange bereits an alternativen Inhalationssystemen geforscht wird. Die heute verbreiteten Vape-Systeme sind das Ergebnis jahrzehntelanger technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.


Frühe Ideen vor der modernen E-Zigarette

Erste Patente und Konzepte (1960er-Jahre)

Bereits 1963 meldete Herbert A. Gilbert in den USA ein Patent für ein „rauchloses, tabakfreies Zigarettengerät“ an. Ziel war es, aromatisierte Luft zu inhalieren, ohne Tabak zu verbrennen. Dieses Konzept gilt als einer der frühesten Vorläufer der E-Zigarette.

Wichtig zur Einordnung:

  • Gilberts Erfindung kam nie in die Massenproduktion
  • Nikotin spielte in seinem Konzept keine zentrale Rolle
  • Die technische Umsetzung war für den Alltag kaum praktikabel

Aus heutiger Sicht war diese Idee ihrer Zeit voraus, scheiterte jedoch an fehlender Nachfrage und begrenzter Technologie.


Die Geburt der modernen E-Zigarette

Entwicklung in den frühen 2000er-Jahren

Als tatsächlicher Startpunkt der heutigen Vape-Geschichte gilt das Jahr 2003. In China entwickelte ein Pharmazeut eine E-Zigarette mit dem Ziel, eine Alternative zur klassischen Zigarette zu schaffen. Erstmals wurde dabei:

  • eine Heizspirale eingesetzt
  • eine nikotinhaltige Flüssigkeit (Liquid) verdampft
  • ein inhalierbares Aerosol erzeugt

Ab 2004 wurden diese Geräte zunächst auf dem asiatischen Markt eingeführt und kurz darauf international vertrieben.

In der Praxis zeigt sich, dass dieses technische Grundprinzip – Liquid, Heizwendel, Akku – bis heute die Basis aller E-Zigaretten bildet, auch wenn sich Bauformen und Leistung stark verändert haben.


Erste Generationen von E-Zigaretten

Die sogenannten „Cigalikes“

Die ersten E-Zigaretten orientierten sich optisch stark an Tabakzigaretten. Diese Geräte werden rückblickend als erste Generation bezeichnet.

Typische Merkmale:

  • geringe Akkuleistung
  • kleine Liquid-Kartuschen
  • kaum einstellbare Technik
  • schwache Dampfentwicklung

Viele frühe Nutzer berichteten, dass diese Modelle zwar funktionierten, jedoch im Alltag oft unzuverlässig waren. Trotzdem legten sie den Grundstein für die weitere Verbreitung des Vapings.


Technische Evolution: Von einfachen Modellen zu modernen Vapes

Zweite und dritte Gerätegeneration

Ab etwa 2010 begann eine Phase rasanter technischer Entwicklung. E-Zigaretten wurden leistungsfähiger, größer und vielseitiger.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählten:

  • austauschbare Akkus
  • größere Tanks
  • regelbare Leistung
  • verbesserte Verdampferköpfe

Diese Entwicklung führte dazu, dass Dampfen individueller wurde. Unterschiedliche Zugtechniken etablierten sich, was später zur Unterscheidung zwischen MTL- und DL-Systemen führte. Eine ausführliche Erklärung dazu findest du im Artikel MTL vs. DL Liquids.


Der Begriff „Vape“ und seine Verbreitung

Der Begriff „Vape“ leitet sich vom englischen „vapour“ (Dampf) ab und setzte sich international ab den 2010er-Jahren durch. Während anfangs vor allem von „E-Zigaretten“ gesprochen wurde, etablierte sich „Vaping“ als Sammelbegriff für das Dampfen mit unterschiedlichsten Geräten.

In der Praxis zeigt sich:

  • „E-Zigarette“ wird häufig im rechtlichen Kontext genutzt
  • „Vape“ beschreibt eher Gerätevielfalt und Nutzung
  • beide Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet

Wann kamen E-Zigaretten nach Deutschland?

Markteintritt und frühe Nutzung

In Deutschland tauchten E-Zigaretten etwa ab 2007–2009 erstmals im größeren Umfang auf. Zunächst handelte es sich um Nischenprodukte, die vor allem online oder über spezialisierte Händler erhältlich waren.

Typische Fragen aus dieser Zeit waren:

  • Ist Dampfen erlaubt?
  • Unterliegt die E-Zigarette dem Tabakrecht?
  • Wie sicher sind Liquids?

Diese Unsicherheiten prägten die frühe Wahrnehmung des Vapings in Deutschland nachhaltig.


Regulatorischer Rahmen in Deutschland

Einordnung durch Gesetzgeber und Behörden

Ein zentraler Meilenstein war die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD2), die in Deutschland 2016 in nationales Recht überführt wurde. Damit wurden E-Zigaretten erstmals klar reguliert.

Wesentliche Punkte:

  • maximale Nikotinkonzentration von 20 mg/ml
  • Begrenzung der Tank- und Nachfüllgrößen
  • Meldepflichten für Produkte
  • Altersbeschränkung (Jugendschutz)

Behörden wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ordnen E-Zigaretten seitdem als eigene Produktkategorie ein, die nicht risikofrei, aber klar von Tabakzigaretten zu unterscheiden ist.

Eine vertiefende rechtliche Einordnung findest du im Artikel Jugendschutz Dampfen.


Gesellschaftliche Entwicklung des Vapings

Vom Nischenprodukt zum Massenphänomen

Zwischen 2015 und 2020 nahm die Verbreitung von Vapes deutlich zu. Einweg-E-Zigaretten, Pod-Systeme und nikotinfreie Liquids erreichten neue Nutzergruppen.

In der Praxis zeigt sich:

  • viele ehemalige Raucher wechselten zum Dampfen
  • gleichzeitig stieg das Interesse bei reinen Konsumenten ohne Tabakhintergrund
  • öffentliche Debatten über Umwelt, Gesundheit und Jugendschutz nahmen zu

Diese Entwicklungen führten zu weiteren regulatorischen Diskussionen, etwa zum Einweg E-Zigaretten Verbot.


Was E-Zigaretten nicht sind – häufige Fehlannahmen

Trotz der langen Geschichte existieren bis heute Missverständnisse.

Häufige Fehlannahmen:

  • E-Zigaretten seien eine völlig neue Erfindung
  • alle Vapes seien technisch gleich
  • Dampfen sei rechtlich ungeregelt
  • jede Vape enthalte automatisch Nikotin

Gerade letzter Punkt wird oft falsch verstanden. Eine sachliche Einordnung dazu findest du im Beitrag Vape ohne Nikotin.


Fachliche Einordnung: Warum die Geschichte der E-Zigarette relevant ist

Die Entwicklungsgeschichte der E-Zigarette hilft, aktuelle Diskussionen besser einzuordnen. Viele heutige Regelungen, Studien und gesellschaftliche Debatten bauen auf Erfahrungen aus früheren Phasen auf.

In der Praxis zeigt sich, dass technische Fortschritte häufig schneller waren als regulatorische Anpassungen. Das erklärt, warum das Thema Vaping bis heute als dynamisch und teilweise kontrovers wahrgenommen wird.


Studien- und Faktenblock: Historische Einordnung durch Fachstellen

Mehrere wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden, darunter das BfR und internationale Gesundheitsorganisationen, verweisen darauf, dass E-Zigaretten erst seit vergleichsweise kurzer Zeit in größerem Umfang genutzt werden.

Wichtig dabei:

  • Langzeitdaten sind begrenzt
  • Aussagen beziehen sich häufig auf bestimmte Nutzungsformen
  • technologische Veränderungen erschweren direkte Vergleiche

Diese Einschränkungen sind zentral für eine sachliche Bewertung der Geschichte und Gegenwart des Vapings.


FAQ: Häufige Fragen zur Geschichte der E-Zigarette

Seit wann gibt es E-Zigaretten in ihrer heutigen Form?

Die moderne E-Zigarette existiert seit etwa 2003 und wurde ab 2004 international verbreitet.

Gab es E-Zigaretten schon vor 2000?

Es gab frühe Konzepte und Patente, aber keine marktfähigen Produkte im heutigen Sinne.

Wann wurde Vaping in Deutschland populär?

Eine breitere Nutzung begann etwa ab 2010, mit starkem Wachstum nach 2015.

Warum heißen E-Zigaretten auch Vapes?

Der Begriff „Vape“ leitet sich vom englischen „vapour“ ab und beschreibt das Verdampfen von Liquid.

Sind alle E-Zigaretten gleich aufgebaut?

Nein. Technik, Leistung und Nutzung unterscheiden sich je nach Generation und Bauform deutlich.

Enthielten frühe E-Zigaretten immer Nikotin?

Nein. Auch frühe Modelle konnten nikotinfrei genutzt werden, abhängig vom Liquid.


Fazit: Sachliche Einordnung der Vape-Geschichte

Die Antwort auf die Frage „Seit wann gibt es E-Zigaretten?“ ist differenziert: Die Idee reicht bis in die 1960er-Jahre zurück, die moderne Vape existiert seit gut zwei Jahrzehnten. Seitdem hat sich das Vaping technisch, gesellschaftlich und rechtlich kontinuierlich weiterentwickelt.

Ein Verständnis dieser Geschichte hilft, aktuelle Diskussionen rund um E-Zigaretten, Regulierung und Nutzung besser einzuordnen – insbesondere im deutschen Kontext.

author avatar
Miguel A.
Miguel A. ist Fachautor bei WeVape mit Schwerpunkt auf gesundheitlicher Einordnung, Nutzerpraxis und Harm-Reduction-Aspekten von E-Zigaretten im deutschen Kontext. Seine Beiträge basieren auf langjähriger Praxiserfahrung und der Einordnung offizieller Stellen.